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> Gabi Dewald, Chefredaktion "KeramikMagazin" |
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"Ich will in keinem Haufen raufen!"
Bloß kein Gruppenzwang und kein Vereinsgemeiere! Schon gar nicht für
KünstlerInnen! Denn: Gäbe es etwas Individuelleres, Eigen-Sinnigeres,
Gruppen-Unverträglicheres wie Kunstschaffende? Und so hocken sie nach
beendetem
Studium in einsamen Ateliers und Werkstätten, verlieren sich in den Weiten
aufgelassener Fabrikgebäude, leestehender Lagerhallen und umgenutzer
Bauernhöfe
...
Anders geschehen im Westerwald: Hier schlossen sich fünf an Hochschule und
Fachschule Ausgebildete zusammen und fuhrwerken seitdem gemeinsam in Sachen
Keramik. Man wagte das Experiment des Sich-Einlassens aufeinander und:
reüssiert seither erfolgreich. Hier profitieren fünf sehr unterschiedliche
Leute
von eben dieser ihrer absoluten Unterschiedlichkeit und gleichzeitig von
ihrem
Willen zum gemeinsamen Anpacken der zahlreichen Wiedrigkeiten, die das Leben
als
Freischaffende/r so mit sich bringt.
So wie sie beim gemeinsamen Projekt "Keramik-Gruppe Grenzhausen" keine
Scheu
zeigten, so kennen sie auch keine, was ihr Schweifen zwischen angewandter und
freier Kunst betrifft. Zunächst ausgebildet an der Drehscheibe, hat sich
jede/r
ebenfalls eine Position der plastischen Gestaltung erarbeitet. In der
Brunnenstraße entsteht beides: modernes Geschirr und zeitgenössische Plastik.
Wer
diese Türe öffnet, kann in Keramik schwelgen: bunte, kraftvolle Dekore -
stille,
introvertierte Volumen - elegante, glitzernde Glasuren auf dynamischen Formen
-
satte, großzügig geführte Pinselzeichnungen auf matten, weißen Oberflächen -
schlanke, monochrome Stelen, zu Paaren oder Gruppen zusammengestellt - und
dazwischen Tassen, Teller, Kannen, Krüge. Ein Besuch bei Altzweig, Debus,
Goerg,
Heger und Rossmann ist, wie wenn man in ein Füllhorn hineinfällt.
Und so kommt man auch wieder heraus: beladen nämlich. Schließlich öffnet
man
nicht jeden Tag die Tür zu einer solchen Wunderkammer. "Der Erfolg gibt ihnen
Recht" - dieser Satz stimmt in diesem Falle zweifellos. Und (nicht ganz
uneigennützig) wünscht man der Keramik-Gruppe Grenzhausen, dass dieser noch
viele, viele Jahre anhält und mindestens für die nächsten 10 Jahre
weiterhin
gutes gemeinsames Imhaufenraufen.
Gabi Dewald © Gabi Dewald
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